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Architekturfotografie:

Eine detaillierte Literaturliste ist in Vorbereitung!



Seit den ersten Tagen des archinet ist die Rubrik ARCHITEKTURFOTOGRAFIE strukturell vorgesehen gewesen, nur mangels Zeit oder aufgrund eines fehlenden Anstoßes immer leer geblieben. Das soll sich jetzt ändern:

Schon vor fast 10 Jahren habe ich versucht, die Architekturfotografie zu thematisieren und aus ihrem Dornröschenschlaf zu befreien (Deutsches Architektenblatt 11/88). Denn niemand beachtete diese Randdisziplin - der Architektur und der Fotografie.

Zum 150 jährigen Geburtstag der Fotografie im Jahre 1989 rückte glücklicherweise auch die Architekturfotografie etwas dichter in den Blickpunkt der Architekten, der Fotografen und der Kunsthistoriker: es gab seither mehrere Ausstellungen, Monografien bekannter Architekturfotografen wurden wiederentdeckt, neuaufgelegt oder neu geschrieben.
Bis dahin gab es in Deutschland nur zwei Standardwerke (quasi Rezeptbücher für autodidaktisch vorgehende Architekten oder Fotografen, die sich der Architekturfotografie näherten): den "Giebelhausen" und den "Rössing", im angelsächsischen Raum gab es noch einige "Rezeptbücher": von Molitor und Shulman, sowie einige Monografien (z.B. über Hedrich-Blessing, die Starfotografen Amerikas, von denen viele Fotoklassiker wie "Falling Water" stammen).
Einige Architekturzeitschriften hatten sich des Themas angenommen und jeweils ein Heft der Architekturfotografie gewidmet: Bauen+Wohnen, Bauwelt und die db, für die ich selbst das Konzept für das Heft 11/89 gestrickt habe und einige Artikel beisteuerte.

In der Zwischenzeit hat sich das Interesse verdichtet, es gab mehrere Ausstellungen, Bücher, Symposien - und die Zeitschrift db, die sich unter der Ägide ihres Chefredakteurs Wilfried Dechau des Themas besonders und regelmäßig annahm: von peniblen Tests verschiedenster Kameras bis hin zur Porträtserie zeitgenössischer Architekturfotografen.

Diese löblichen Bemühungen fanden Ihren Höhepunkt in der Herausgabe eines wunderschönen Buches und in der Veranstaltung und Auslobung eines europäischen Preises für Architekturfotografie.

Leider ist der diesjährige Architekturfotografie-Preis unter dem Leitthema "Schwarz-Weiß" sehr ungeschickt terminiert: die Ausschreibung erschien in den Oktober- oder Novemberausgaben der einschlägigen Fachzeitschriften, der Abgabetermin ist bereits am 7. Januar 1997. Da bleibt kaum die Chance für Newcomer, noch einen Film einzulegen und auf Motivsuche zu gehen - die Terminwahl bevorzugt eindeutig diejenigen unter den Profis, die über die Weihnachtstage nicht in den Schnee oder die Sonne fliehen und stattdessen Zeit finden, Ihr Archiv aufzuräumen und dabei noch ein paar "alte" Schwarzweiß-Abzüge aufzustöbern!

Bis zum heutigen Tage gibt es nur wenige Hochschulen, wo die Architekturfotografie im Lehrplan steht - dafür gehört die Architekturfotografie zum Ausbildungsrepertoire studierter Fotografen. Besonders hervorgetan hat sich dabei die Fachhochschule Dortmund, aus deren Reihen viele bekannte zeitgenössische Fotografen stammen und die erst kürzlich (war es 94, war es 95??) ein Symposium und eine unvergeßliche Ein-Tages-Ausstellung veranstaltete, zu deren Anlaß ein sehenswertes Buch herausgegeben wurde: "Ansichten".

(C)1996 harald.gatermann 24.11.96

impressum 24.11.96