Wahrscheinlich kennen viele aus der eigenen Kindheit noch den Komposthaufen: Hier kamen diverse Bioabfälle zusammen, die dann auf wundersame Weise im Laufe der Zeit zu fruchtbarer Erde wurden. Es hat jedoch einen Grund, warum der Mietenkompost aus immer mehr Gärten verschwindet: Er ist recht anspruchsvoll in der Pflege, benötigt ausreichend Platz – und man sollte viel Zeit einplanen, bis man den ersten Humus „ernten“ kann.
Dennoch ist dieser fruchtbare Boden ein wahres Nährstoff-Wunder für den eigenen Gartenboden. Daher stellt sich die Frage: Gibt es eine einfache Alternative zum Komposthaufen?
Der Thermo-Komposter: Wie Komposthaufen, nur besser
Ein Thermokomposter bietet zahlreiche Vorteile gegenüber dem Komposthaufen. So ist er etwa deutlich effizienter. Die Ursache liegt in der höheren Temperatur begründet, mit der gearbeitet wird: Durch die komplette Isolierung des Inhalts hält sich Wärme (bis zu 70 Grad Celsius sind möglich!) deutlich länger im Kompost, was den Zersetzungsprozess beschleunigt. Dadurch sind erste Ergebnisse manchmal schon nach wenigen Wochen, spätestens jedoch nach drei bis vier Monaten zu sehen. Auf diese Weise wird nicht nur Zeit gespart, sondern man kann auch schneller gegensteuern, falls das Ergebnis nicht wie gewünscht ausfallen sollte.

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Ein weiterer Vorteil ist das gleichmäßige Ergebnis. Während sich bei herkömmlichen Komposthaufen oft trockene Ränder bilden, ist dies im Thermokomposter ausgeschlossen. Durch den dichten Behälter wird der Inhalt an allen Stellen gleich gelagert. Das Ergebnis ist dadurch eine recht gleichmäßige, homogene Masse. Als weiterer Vorteil kann genannt werden, dass die Verrottung auch während ungünstiger Witterung fortgesetzt wird. Während bei Mietenkompost der Zersetzungsprozess an kalten Tagen zum Erliegen kommt und danach wieder „anlaufen“ muss, speichert der Thermokomposter die Wärme über mehrere Tage und produziert so weiter den wertvollen Humus.
Thermo-Komposter selber bauen: DIY-Anleitung
Einen Termokomposter selbst zu bauen ist leichter, als man vielleicht denken mag. Zunächst benötigt man ein dichtes Gefäß, beispielsweise eine alte Müll- oder Regentonne. Es kann aber auch ein ausgedientes Fass sein. Das Material spielt keine große Rolle: Kunststoff, Metall, Holz oder sogar Stein – hier ist vieles denkbar. Wichtig ist am Ende nur, dass es sich um ein dichtes Behältnis handelt, aus dem keine Feuchtigkeit entweichen kann.
Die Größe richtet sich nach der benötigten Menge Humus. Wer nur einen kleinen Garten oder Balkon hat und vielleicht nur wenig geeignete Abfälle (dazu später mehr), kann auch ein kleineres Behältnis verwenden. Diese sollten zwischen 150 und 200 Liter Fassungsvermögen haben. Größere Thermokomposter können jedoch durchaus über 500 bis 900 Liter Kompost fassen. Im Zweifel heißt es also: Lieber klein anfangen und sich nach groß vorarbeiten – zur Not kann man sich schließlich auch einen zweiten Komposter bauen.

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Ist der richtige Behälter gefunden, sollte man zunächst den Boden entfernen. Dies ist wichtig, da der Kompost direkten Kontakt zur Erde benötigt, um reifen zu können. Hierbei ist Vorsicht geboten, ebenso sollte man auf die Verwendung des richtigen Werkzeugs achten. Mit einem Bohrer können zusätzlich noch im unteren Bereich des Thermokomposters kleinere Luftlöcher oder -schlitze angebracht werden. Das verbessert die Luftzirkulation im Inneren des Behälters.
Um den Kompost schließlich einfach entnehmen zu können, wird eine Klappe benötigt, die sich möglichst nahe am Boden befinden sollte. Auch diese kann mit entsprechendem Werkzeug, beispielsweise einer Stichsäge, installiert werden. Zum bequemen Öffnen und Schließen empfiehlt sich ein magnetischer Möbelverschluss, der mit zwei Scharnieren am Komposter befestigt wird. Ein Knauf zum Aufziehen rundet die Klappe optisch ab. Zum Schutz vor Nagern und anderen Tieren ist unbedingt noch ein Bodengitter zu verlegen. Dies kann einfach aus einigen Drähten selbst geflochten werden. Jetzt heißt es nur noch: Befüllen!
Das richtige „Futter“
Im Prinzip lässt sich ein Thermokomposter mit (fast) allem befüllen, was so an organischem Abfall im Haushalt und Garten anfällt: So liebt er beispielsweise Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz oder Eierschalen. Auch gesunde Pflanzenreste, kleinere Äste oder etwas Laub sind gutes Futter für den Komposter. Rasenschnitt hingegen sollte nur in vorsichtigen Mengen eingesetzt werden, da dieser schnell fault und das Ergebnis negativ beeinflussen kann. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die „Zutaten“ in den Komposter wandern, desto schneller ist das Gesamtergebnis erreicht.

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Wo sich ein Thermo-Komposter wohlfühlt
Bevor man jedoch loslegt und sich an den Bau des eigenen Thermokomposters wagt, sollte man sich Gedanken über den richtigen Standort des Komposters machen. Allgemein sollte der Standort natürlich direkt im Garten sein oder eben da, wo man später auch den Kompost verwenden möchte. Allzu große Laufwege sollten nicht in Kauf genommen werden. Idealerweise sollte der Thermokomposter auf ebenem Boden stehen. Dadurch kann sich das Gewicht des verrottenden Materials gleichmäßiger verteilen. Außerdem sorgt ein ebener Untergrund für Stabilität, und die Entnahme ist einfacher.
Wer nun meint, je mehr Sonne, desto mehr Hitze – und desto schneller das Ergebnis: Ganz so einfach ist es nicht. Zwar sollte der Thermokomposter nicht im vollen Schatten stehen, damit er ausreichend Wärme entwickeln kann. Ein Standort in der prallen Sonne ist jedoch ebenso wenig geeignet. Dadurch würde die Rotte nur unnötig schnell austrocknen und wertvolle Nährstoffe verloren gehen. Ein Platz im Halbschatten ist für den Thermokomposter also perfekt.
Ein perfektes Ergebnis
Nun heißt es nur noch: Warten. In einigen Wochen bis wenigen Monaten (je nach Außentemperatur) kann der fertige Humus „geerntet“ werden. Dieser kann zum Düngen des Gartens verwendet werden.
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